germany
uk
syria
eritrea

BERLIN. Die Anzahl religiös motivierter Übergriffe auf christliche Flüchtlinge in deutschen Asylunterkünften ist laut der Hilfsorganisation Open Doors stark gestiegen. Seit dem ersten Lagebericht am 9. Mai mit 231 erfassten Attacken, kamen 512 gegen christliche und zehn gegen jesidische Flüchtlinge hinzu.

Berlin (idea) – Bei Übergriffen auf Christen in deutschen Flüchtlingsunterkünften handelt es sich nicht um Einzelfälle, sondern um eine bundesweite Erscheinung. Das ist das Ergebnis einer neuen, erweiterten Studie, die das christliche Hilfswerk Open Doors (Kelkheim bei Frankfurt am Main) gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen am 17. Oktober in Berlin vorgestellt hat.

Pressekonferenz

Religiös motivierte Übergriffe auf christliche Flüchtlinge in deutschen Asylunterkünften geschehen bundesweit. Dazu legen die Hilfsorganisationen AVC (Aktion für verfolgte Christen und Notleidende), EMG (Europäische Missionsgemeinschaft) sowie der ZOCD (Zentralrat Orientalischer Christen in Deutschland) und Open Doors bei einer Pressekonferenz in Berlin am 17.10. einen neuen Lagebericht vor. In diesem Rahmen veröffentlicht Open Doors auch die neue Erhebung "Mangelnder Schutz religiöser Minderheiten in Deutschland", die unter Mitwirkung der genannten Organisationen entstand. Dazu wurden im Zeitraum Mai bis September Gespräche mit hunderten Flüchtlingen im gesamten Bundesgebiet geführt. Neu dokumentiert wurden dabei religiös motivierte Übergriffe auf 512 christliche sowie 10 jesidische Flüchtlinge in deutschen Asylunterkünften. Die Hilfswerke appellieren - nach der Veröffentlichung des ersten Lageberichts am 9. Mai mit 231 erfassten Übergriffen - erneut an Politik und Behörden, wirksamen Schutz für christliche Flüchtlinge und Angehörige anderer religiöser Minderheiten zu gewährleisten.

"Ich habe nie erwartet, dass so etwas in Deutschland geschieht"

Viele der betroffenen Flüchtlinge haben bereits in ihren islamischen Herkunftsländern Verfolgung und Diskriminierung erlebt und sind deshalb nach Deutschland geflohen. Die in den Herkunftsländern vorherrschende Bedrängung erleben religiöse Minderheiten hier in den Flüchtlingsunterkünften eins zu eins wieder. Ein Flüchtling aus dem Iran, der in der Erhebung erfasst wurde, sah sich in seiner Unterkunft mit einem Schriftzug an der Wand konfrontiert: "Es ist Zeit, allen Christen den Kopf abzuschneiden." Der Fall ist aktenkundig.

Den Schock dabei beschreibt er - stellvertretend für zahlreiche weitere Betroffene - so: "Ich war erschrocken! Ich habe nie erwartet, dass so etwas in Deutschland geschieht. Im Iran geschieht so etwas schon. Das hat mein Vertrauen erschüttert."

Zahlen und Fakten - Mangelnder Schutz religiöser Minderheiten

Die an der Erhebung beteiligten Organisationen sprachen bereits nach dem ersten Lagebericht am 9. Mai von "der Spitze des Eisbergs". Die Vielzahl neu erfasster Übergriffe belegt ein bundesweites Problem, bei dem selbst die 743 betroffenen Flüchtlinge immer noch die Spitze des Eisbergs sind.

Von 743 Betroffenen berichten 617 (83%) von mehrfachen Übergriffen, 314 (42%) von Todesdrohungen, 416 (56%) von Körperverletzungen, 44 (6%) von sexuellen Übergriffen. Die Übergriffe gingen zu 91% (674) von muslimischen Mitflüchtlingen aus, zu 28% (205) von muslimischem Wachpersonal und zu 34% (254) von anderen Personen. Bei den Übergriffen waren oft auch mehrere Personen beteiligt. Mangelnde Hilfe seitens Wachdienste, Heimleitung sowie Behörden verschärfte nicht selten die Situation der Betroffenen.

De Maizière: "Wir haben die Bedeutung von Religion unterschätzt."

Die Berichte der betroffenen Flüchtlinge machen deutlich, dass die Übergriffe religiös motiviert sind. Die Täter fühlen sich geleitet oder getrieben von einem Wertesystem, das sie in ihren Herkunftsländern verinnerlicht haben und das für sie "göttliche Autorität" hat.

Den ganzen Artikel auf FinanzNachrichten.de.

Quelle: FinanzNachrichten.de

Die überkonfessionelle Menschenrechtsorganisation Open Doors hat am Montag in Berlin einen erweiterten Bericht vorgelegt, der religiös motivierte Übergriffe auf nun insgesamt 753 Flüchtlinge in deutschen Asylbewerberheimen dokumentiert. Die Haltung der Volkskirchen dazu wurde kritisiert.

Pressekonferenz

Mülheim.   Die Asyl-Anträge einer Familie aus Ägypten, die in Mülheim lebt, sind abgelehnt. Sie konvertierte zum Christentum und erhielt islamistische Drohbriefe.

Reem und Damar (v.r.n.l)

Die religiösen Bedürfnisse von Immigranten werden von der Verwaltung, Asylhelferkreisen und Presse gut bedient. Im Ramadan beispielsweise haben die Küchen in den Unterkünften sich auf Nachtarbeit verlegt, statt vorzukochen. Axel Göhring sprach mit dem Pfarrer eine Freikirche.

Flüchtlingsheim

Montag, 26 September 2016 18:58

Konvertierende Flüchtlinge in Berlin

In gutem Glauben: Eine Steglitzer Kirchengemeinde ­drohte ­buchstäblich auszusterben. Doch dann kamen muslimische Flüchtlinge – und konvertierten zum Christentum. Ein Wunder, bei dem Fragen bleiben.

Gottfried Martens

Christliche Flüchtlinge sind in deutschen Asylbewerberheimen Übergriffen durch fanatische Muslime ausgesetzt, die nach der Scharia leben. Die Fundamentalisten drohen ihnen sogar mit Mord.
Ali Reza Rahmani

Nach der Veröffentlichung des Berichts zu religiös motivierten Übergriffen gegen christliche Flüchtlinge in Deutschland, der gemeinsamen Pressekonferenz mit anderen Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen zu der Problematik und dem darauf folgenden, erfreulich breiten Medienecho müssen sich deutsche Politiker und Behörden mit der Frage auseinandersetzen, wie sie die christliche Minderheit unter den Flüchtlingen wirksam schützen können.

Doch auch die christlichen Gemeinden im Land sind gefordert. Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland, ruft alle Christen dazu auf, sich für ihre verfolgten Geschwister einzusetzen:

"Jetzt geht es darum, dass auch wir als Christen hier in Deutschland aktiv werden: dass wir für diese christlichen Flüchtlinge beten, dass wir uns für sie einsetzen und dass wir unsere Stimme für diese Geschwister hier in unserem Land erheben. Deshalb ist der Bericht auch ein Appell an die Gemeinden: Wenn ihr die Menschen in den Flüchtlingsheimen besucht, dann sucht auch eure Glaubensgeschwister. Sprecht mit ihnen, versucht, mit ihnen Kontakt aufzunehmen, damit sie sich ermutigt fühlen. Sie brauchen uns hier in Deutschland jetzt genauso wie in den andern Ländern. Es ist unsere Hoffnung, dass wir das hier in Deutschland leben, dass wir Teil des Leibes Christi sind, der sich engagiert für den weltweiten Leib, aber auch für die Geschwister, die jetzt zu uns gekommen sind."

Den ganzen Artikel auf Open Doors.

Quelle: Open Doors

Viele christliche Flüchtlinge haben ihr Heimatland verlassen, weil sie dort Verfolgung erleben mussten. Sie kamen nach Deutschland in der Hoffnung, hier in Freiheit ihren Glauben leben zu können, und müssen nun feststellen, dass sie in den Flüchtlingsunterkünften ebenfalls bedrängt werden und trotz der verfassungsmäßig garantierten Religionsfreiheit im Land keine Unterstützung von den Behörden erfahren.

Newsletter