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Donnerstag, 20 Oktober 2016 12:22

Warum dauert es so lange bis ihr jemanden findet?

Leider dauert es manchmal lange, bis wir eine passende Flüchtlingsfamilie für eine Wohnung gefunden haben.

Wir suchen immer die passende Unterkunft für die jeweilige Situation. Einfach irgendeine Wohnung zu nehmen geht leider nicht, denn die Vermieter und die Flüchtlinge unterliegen Auflagen.

Also suchen wir so lange wie wir eine passende Wohung gefunden haben. Das ist teilweise für alle Beteiligten sehr frustrierend, für die Flüchtlinge, die Vermieter und uns.

Wenn jemand uns eine Wohnung anbietet, sehen wir nach ob wir eine passende Flüchtlingsfamilie auf unserer Warteliste haben. Wenn nicht, warten wir bis sind eine adquate Familie findet und wir fragen bei Partnerorganiationen an. Da wir nicht die Kapazitäten haben eine ausführliche Suche zu betreiben, müssen wir warten bis sich jemand meldet. Leider wissen viele Flüchtlinge nicht, dass es eine solche Hilfe in Deutschland gibt und kommen gar nicht auf die Idee nach Hilfe zu suchen. Sie gehen von der Situation in ihrem Heimatland aus, wo Christen keinerlei Hilfe bekommen.

Folgende Faktoren sind entscheidend ob eine Unterkunft geeignet ist:

Die Größe der Wohnung

Nich jede Wohung ist passend für die jeweilige Situation. Haben wir eine Großfamilie, so bruachen wir auch eine entsprechend große Wohnung. Ist die Wohnung hingegen für eine Einzelperson oder eine kleine Familie zu groß, genehmigt das Jobcenter nicht den Umzug, da das Jobcenter häufig für die Finanzierung aufkommt. Da arabische und persische Familien meist größer als deutsche Familien sind und häufig noch andere Verwandte wir Großeltern, Onkel, Tanten, Cousins, Cousinen und eventuell Freunde oder weitläufigere Verwandte mit geflüchtet sind und nicht getrennt werden wollen, brauchen wir auch entsprechend große Wohungen. Die Größe der Wohnung ergibt auch die Kosten für die Miete. Den Kostenfaktor müssen wir auch berücksichtigen.

Die Lage der Wohnung

Viele der uns angebotenen Wohnungen befinden sich auf dem Land. Das hat leider den Nachteil, dass die Flüchtlingsfamilie, der die Wohnung angeboten wird das Angebot nicht annimmt. Wohnungen in der Stadt werden bevorzugt und sind schneller vergeben.

Die Flüchtlinge sind oft auf eine gute Anbindung an den OPNV angewiesen, da sie weder Führerschein, noch Auto besitzen. Sie brauchen den OPNV für Einkäufe, Schule, Deutschkurs, in ihre Gemeinden und für einen späteren Job. Viele hoffen auch eher in der Stadt als auf dem Land einen guten Job (möglichst in ihrem Ausbildungsbereich) zu bekommen. Kinder müssen in die Schulen fahren und die Eltern zum Deutschkurs. Einkäufe werden per Hand erledigt. Kann eine Wohnung auf dem Land das bieten oder wenn sie da Unterstützung bieten können, dann melden Sie uns das.

Viele Flüchtlinge suchen auch Anbindung an Gemeinden in denen sie eventuell schon zu Hause sind oder wo sie einen Anknüpfungspunkt haben. Sie möchte gerne in der Nähe ihrer altern Gemeinde bleiben, vor allem weil sie da schon persönliche Kontakte haben. Damit möchten sie oft in den Umkreis zu ihrer Gemeinde ziehen. Nicht gerade wenige Christen haben hier schon Verwandte. Darum möchten sie in die Nähe der Verwandten ziehen. Die Verwandten können die Familien so unterstützen. Das hilft auch bei der Integration.

Orthodoxe Christen möchten auch gerne in der Nähe einer orthodoxen Gemeinde leben, denn die Gemeinde gibt ihnen Schutz, Integration und Gemeinschaft. Sie möchte gerne ihre Sprache (Aramäisch) und Kultur pflegen, damit diese nicht noch mehr untergeht wie es im Nahen Osten gerade der Fall ist. Auch sind die auf die Kommunion durch einen örtlichen Priester angewiesen, was nicht in jeder Stadt der Fall ist. Der Priester dient ihren auch als Seelsorger.

Bitte geben Sie uns an wie die Lage ihrer Wohnung ist, um die Situation besser einschätzen zu können. 

Verordnungen

Viele Flüchtlinge haben Auflagen, denen sie nachkommen müssen. Normalerweise müssen Sie in dem Landkreis wohnen bleiben wo sie sich gerade aufhalten. In keinem Fall dürfen sie das Bundesland verlassen. Damit müssen wir eine Unterkunft in dem Bundesland finden, auch wenn es eine Wohnung in einem anderen Bundesland gibt, die näher gelegen ist. Ist es nicht möglich eine Wohnung in der Nähe zu finden, so müssen wir eine Sondergenehmigung beantragen. Auf jeden Fall braucht die Familie eine Genehmigung das sie umziehen darf. Eventuell haben sie schon eine solche Genehmigung bekommen oder ein Betreuer hat diese Genehmigung schon organisiert und wendet sich jetzt an uns. Eine solche Genehmigung zu bekommen dauert teilweise sehr lange und muss unter Umständen mit einem Rechtsanwalt organisiert werden. Darum kann es sein, dass es dauert bis wir die Genehmigung eingeholt haben, falls sie überhaupt erteilt wird. Aber in den meisten Fällen gelingt es uns eine solche Genehmigung zu bekommen. Wenn wir eine Genehmigung brauchen und eine passende Wohnung haben, so teilen wir das Ihnen mit, damit Sie wissen dass es noch etwas länger dauert.

Es gibt darüber hinaus auch noch andere Faktoren die weniger wichtig sind, wie Familienzusammenführung, usw.

Bitte geben Sie uns Bescheidt

Sollte es vorkommen, dass sie ihre Wohnung andertweitig vergeben, weil Sie auf die Mieteinnahmen angewiesen sind, so lassen Sie uns das bitte wissen wenn ihre Wohnung nicht mehr zu Verfügung steht. Es kam leider häufig vor das wir eine Wohnung für einen Notfall dringend gebraucht haben und diese nicht mehr zur Verfügung stand, weil sie kurz zuvor andertweitig vergeben war. Das kostet nur Unnötig Zeit und Nerven.

Wer keine Unterkunft anbeiten kann, kann dennoch sehr gut mithelfen.

Es gibt viele Möglichkeiten christlichen Flüchtlingen zu helfen.

  • Man kann bei uns mitarbeiten. Wir brauchen einige Freiwillige um die Arbeit zu unterstützen, das ist ein sehr wichtiges Anliegen. Fragen Sie uns dazu per Email. Wir brauchen Mitarbeiter bei der Organisation von Unterkünften, bei der Hotline, im Fahrdienst usw.
  • Man kann ich Gemeinden andere Gemeindemitglieder nach Wohnungen fragen.
  • Man kann in die Flüchtlingsheime gehen und dort Christen kennelernen.
  • Man kann in arabischen und persischen Gemeinden Christen kennenlernen.
  • Man kann Christen in deutsche Gemeinden integrieren.
  • Man kann Christen zu Hause besuchen und betreuen.
  • Man kann Ihnen bei mit Behörden und Ämtern helfen.
  • Man kann sich für verfolgte Christen bei Politikern einsetzen.
  • Man kann Kleider und Sachen spenden (über uns im Moment nicht nötig).
  • Man kann unserer Arbeit finanziell unterstützen.
  • Man kann für Sie beten.
Donnerstag, 20 Oktober 2016 11:35

Wie viele Flüchtlinge sind betroffen?

Es kommt immer mal wieder die Frage wie vielen Flüchtlingen wir helfen/geholfen haben oder betroffen sind.

Wir können darüber keine Auskunt geben. Viele der Flüchtlinge fürchten sich vor weiteren Übergriffen, aslo bleiben alle Anfragen anonym.

Aber man kann sagen, dass die meisten Anfragen aus Berlin, Hessen, und Norhein-Westfalen kommen und wir dort die meisten Wohungen suchen.

Wer sich aber über Statistiken informieren will, kann das auf der Seite von Open Doors tun.

In Asylheimen häufen sich laut einer aktuellen Befragung die Übergriffe von Islamisten auf christliche Asylbewerber.

  • Die Flüchtlinge berichten von sexueller Gewalt, Körperverletzungen und Beschimpfungen bis hin zu Todesdrohungen.
  • Wie aussagekräftig die Zahlen sind, ist schwer zu bewerten. Die Autoren fürchten jedoch, dass sie noch viel höher sind.

Statstik

Diskriminierung, Verfolgung, körperliche Gewalt: Christliche Flüchtlinge sehen sich in deutschen Unterkünften weiterhin einer Drohkulisse ausgesetzt. Das legt zumindest Studie des Hilfswerks Open Doors nahe. Doch es gibt auch Zweifel: Die beiden großen Kirchen hatten frühere Open-Doors-Zahlen widerlegt. 

Das Video zur Pressekonferenz von Open Doors vom 17.10.2016.

 

Der Großstadtbeauftragte der Unionsfraktion im Bundestag, Kai Wegner (CDU), hat die Aberkennung des Schutzstatus für Islamisten gefordert, die christliche Flüchtlinge bedrohen. „Schutzsuchende, die andere wegen ihres Glaubens angreifen, müssen klare Konsequenzen spüren, bis hin zum Aufenthaltsstatus“, sagte Wegner der „Welt“. Wer in Deutschland religiösen Hass versprühe, sei hier nicht willkommen.

Flüchtlingsheim

Spielregeln des Zusammenlebens müssen eingehalten werden

Am heutigen Montag haben Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen erneut eine Befragung von Opfern religiös motivierter Übergriffe auf Christen und religiöse Minderheiten in deutschen Flüchtlingsheimen vorgestellt. Dazu erklären der kirchen- und religionspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Franz Josef Jung, und der Vorsitzende des Stephanuskreises, Heribert Hirte:

Franz Josef Jung: „Wer Christen und religiöse Minderheiten in Flüchtlingsunterkünften angreift, hat seine Zukunft bei uns in Deutschland verwirkt und muss gehen! Es kann nicht sein, dass Konflikte und Vorurteile aus den Herkunftsländern weiter bei uns ausgelebt werden. Die Opfer müssen vor jenen geschützt werden, die sich nicht an die Spielregeln unseres Zusammenlebens halten wollen.

Die ganze Veröffentlichung der CDU/CSU Fraktion hier lesen.

Quelle: CDU/CSU Fraktion des dt. Bundestages.

Die Zahl der Übergriffe auf christliche und jesidische Flüchtlinge in deutschen Asylunterkünften ist in den letzten Monaten rasant gestiegen wie ein Lagebericht von Open Doors zeigt.

Am 17.10.2016 hat es eine gemeinsame Presseerklärung von OpenDoors, dem Zentralrat Orientalischer Christen in Deutschland, der Europäische Missionsgemeinschaft und der AVC gegeben.

Darin wurden 743 Fälle von religiös motvierter Gewalt gegenüber Christen registert. Auch Help Christian Refugees hat einige solcher Fälle registriert und an Open Doors weitergeleitet. Die Ergebnisse der Studie decken sich mit unseren Erfahrungen. Wir können bestätigen, dass es sich hier nur um die Spitze des Eisbergs handelt.

Leider waren wir nicht in der Lage von allen Flüchtlingen die mit uns Kontakt haben und hatten Berichte für die Veröffentlichung einzuholen. Das lag unter anderem an folgenden Faktoren:

  • Die Betroffenen bevorzugten es keine Angaben zu machen, um nicht weiterhin gefährdet zu werden.
  • Die Betroffenen sahen in der Erhebung keine Notwendigkeit, da sie den Eindruck hatten, dass sich an der Lage weder durch die Politik, noch durch die Polizei etwas ändern wird.
  • Es mangelte an der Möglichkeit der Übersetzung und Bearbeitung der Erhebungen.

Die Veröffentlichung der Pressemeldung ist  auf der Webseite von Open Doors einsehbar. Dazu auch die Erhebung in Deutsch und Englisch.

Auf der Webseite von Open Doors gibt es auch einen Kurzbericht,  einen Pressespiegel zum aktuellen Bericht und Medienberichte zu den Übergriffen.

Open Doors hat auch Forderungen zum Schutz christlicher Minderheiten veröffentlicht. Das wurder in einen Maßnahmenkatalog zu Vermeidung religöser Konflikte in Hessen schon umgesetzt.

 

 

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