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Montag, 17 Oktober 2016 19:45

Christen in Flüchtlingsheimen weiter in Gefahr

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Diskriminierung, Verfolgung, körperliche Gewalt: Christliche Flüchtlinge sehen sich in deutschen Unterkünften weiterhin einer Drohkulisse ausgesetzt. Das legt zumindest Studie des Hilfswerks Open Doors nahe. Doch es gibt auch Zweifel: Die beiden großen Kirchen hatten frühere Open-Doors-Zahlen widerlegt. 

Mehr als 300 Morddrohungen, mehr als 400 Fälle von Körperverletzungen. Fünf Monate, nachdem das Hilfswerk Open Doors im Mai in der Bundespressekonferenz einen umstrittenen Bericht zur Verfolgung christlicher Flüchtlinge in deutschen Asylheimen vorgestellt hat, legt die evangelikal geprägte Organisation nun nach: In einem zweiten Bericht, der zusammen mit der "Aktion für Verfolgte Christen", dem Zentralrat orientalischer Christen in Deutschland und der Europäischen Missionsgemeinschaft am Montag in Berlin vorgestellt wurde, erneuert das Hilfswerk den Vorwurf, dass Christen in Flüchtlingsheimen bundesweit bedroht und diskriminiert würden.

Übergriffe bundesweit dokumentiert

"Wir haben bundesweit dokumentierte Übergriffe auf christliche Flüchtlinge", sagte der Direktor des Hilfswerks, Markus Rode, vor Journalisten. Nach seiner Überzeugung ist dies "nach wie vor nur von der Spitze des Eisbergs". Man gehe von einer "enormen nicht dokumentierten Dunkelziffer" aus.Für die neue Studie wurden 743 christliche Flüchtlinge befragt. 314 von ihnen wurden nach eigenen Angaben mit dem Tode bedroht, in 416 Fällen ist es demnach zu Körperverletzungen gekommen. 129 der Befragten haben laut Open Doors Anzeige bei der Polizei erstattet. Die meisten Übrigen gaben an, sich aus Angst etwa vor Racheakten oder vor einem negativen Ausgang des Asylverfahrens nicht an die Sicherheitsbehörden gewandt zu haben.

Befragung unter Betroffenen

In mehr als 600 Fällen seien andere Flüchtlinge die Täter gewesen, in rund 200 Fällen Angehörige des Wachpersonals. Im Unterschied zur ersten Studie waren die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte und das Hilfswerk Kirche in Not bei der Vorstellung nicht vertreten.Die Befragung führte Open Doors mit Hilfe eines Multiple-Choice-Fragebogens durch. Das Werk wandte sich gezielt an Flüchtlinge, die nach Mitteilung örtlicher Gemeinden Opfer von Übergriffen geworden waren. Von ihnen stammten 146 aus Berlin, 136 aus Hessen und 128 aus Nordrhein-Westfalen. Aus fünf Bundesländern, Bremen, dem Saarland, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen, lagen dagegen insgesamt 23 Berichte vor. Gut die Hälfte der befragten Flüchtlinge waren nach Angaben der international tätigen evangelikalen Organisation Konvertiten. Von ihnen wechselten 29 Prozent in Deutschland vom Islam zum Christentum.

Den ganzen Artikel auf ZDF.

Quelle: ZDF/ Benjamin Lassiwe, kna 

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