germany
uk
syria
eritrea
Donnerstag, 20 Oktober 2016 16:35

Neue Statistik von Open Doors veröffentlicht Empfehlung

(Berlin) Open Doors hat am 17.10.2016 in einer Pressekonferenz eine neue Statistik zu Übergriffen auf christliche Flüchtlinge in deutschen Asylbewerberheimen veröffentlicht.

Open Doors Cover Image

Was ist der Inhalt der Statistik?

Nachdem Open Doors bereits am 9. Mai eine Statistik veröffentlicht hatte, haben sie nun eine verbesserte Statistik vorgelegt. Die neue Statistik ist umfangreicher und flächendeckender gestaltet wurden. Damit behebt sie die Mängel der verherigen Statistik. Die alte Statistik hatte vor allem Beiträge aus Berlin und da besonders viele aus der Dreieinigkeitskirche in Steglitz. Pfarrer Martens war besonders eifrig und hat damit versucht vielen Gemeindemitgliedern zu helfen. Aber es hätte mehr Beiträge aus anderen Bundesländern geben müssen.

Jetzt sind Beiträge aus fast allen Bundesländern zusammengekommen. 743 Christen und 10 Jesiden haben Übergriffe gemeldet. Am schlimmsten ist die Situation in Berlin, Hessen und Nordrhein-Westphalen. Die meisten betroffen Flüchtlinge kommen aus dem Iran und aus Syrien. Die meisten Übergriffe waren anderer Art von Verfolgung (615), Körperverletzung (416) und Todesdrohungen (314). 83% der Opfer wurden mehrmals angegriffen. Die Täter waren meistens die Mitflüchtlinge, aber zu 28% auch das muslimische Wachpersonal. Die am häufigsten gewünschte Schutzmaßnahme war eine getrennte Unterbringung.

Die gesamte Statistik ist hier nachzulesen.

Wie ist die Statistik zu bewerten?

Wir bewerten die Statistik positiv und bedanken uns ganz herzlich bei Open Doors für die getane Arbeit.

Auch die Mitarbeiter von Help Christian Refugees haben einige Fälle beigetragen. Da aber unsere Arbeit hauptsächlich nicht im Bereich der statistischen Erfassung ist, sondern in der schnellen und unkomplizierten Hilfe haben wir nicht alle Fälle erfasst, sondern eher die wenigsten.

Wir müssen zugeben, dass die Erhebung von Open Doors nur die Spitze des Eisberges ist. Viele Fälle wollten aus verschiedenen Gründen ihren Betrag nicht bei Open Doors abgeben. Zum Beispiel listet Open Doors kein Fall in Sachsen auf. Wir wissen aber auch in Sachen von ein paar Fällen.

Die Gründe warum nicht alle Fälle erfasst wurden sind:

  • Die Flüchtlinge fürchteten. aufgrund der Erhebung, wieder bedrängt zu werden.
  • Sie verstanden das Anliegen und den Sinn der Erhebung nicht. Dies ist teilweise auf die Sprachbarriere zurückzuführen.
  • Sie glaubten nicht, dass sich etwas ändern wird, da sie es von ihren Heimatländern auch nicht anders kennen.
  • Wir waren nicht in der Lage einen geeigneten Übersetzer zu finden.
  • Es mangelte an Zeit.
  • Die räumliche Distanz war zu groß.

Was muss getan werden?

Poltitik

Diese Erhebung wiederlegt nur ein für alle mal, dass es sich nur im Einzefälle handelt. Wir hoffen, dass die Politiker jetzt die erforderlichen Maßnahmen ergreifen werden. Die CDU/CSU Fraktion hat bereits schon seit Anfang des Jahres einige Maßnahmen umgestetzt, wie z.B. die Erfassung der Religion bei Polizeiberichten. Weitere notwenige Schritte wurden bisher noch nicht eingeleitet. Das sollte hoffentlich bald kommen. denn wir haben festgestellt, dass sich die Übergriffe nicht nur verschäften, sondern auch häuften. Da die Täter in seltenen Fällen zu Rechenschaft gezogen wurden, hat es andere nur noch motiviert weiter zu machen. Z.B. wenn die Forderung muslimischer Heimbewohner gegenüber einer christlichen Flüchtlingsfamilie war, dass sie das Asylbewerberheim verlassen sollten und daraufhin krankenhausreif geschlagen wurden, dann zeigte diese Methode den gewünschen Erfolg. Die Familie wurde entsprechend umgesiedelt. Die Täter wurde jedoch in dem Fall nicht zu Rechenschaft gezogen. 

Wir hoffen das vor allem die Forderung nach getrennter Unterbringung oder Schutzhäusern endlich umgesetzt wird. Ebenso auch die Forderung nach Abschiebung der Täter. Außerdem eine Kontrolle und Überprüfung des Wachpersonals. Auffälliges, gewaltbereites und dem Islamismus nahestehendes Wachpersonal muss entlassen werden. Weiterhin bedarf es Schulungen für das Sicherheitspersonal und die Betreuer. Auch die Untätigkeit seitens der Polizei muss sich änderen. Teilweise gab es eine Zusammenarbeit von der Polizei mit muslimischen Übersetzern. Muslimische Übersetzer sollten bei Polizeiberichten und sensitiven Asylanträgen auszuschließen sein oder die Zweitmeinung eines unabhängigen christlichen Überetzers ist einzuholen.

Es bleibt zu überprüfen in wiefern die Übergriffe religös motiviert waren. In den meisten Fällen scheint das nicht möglich. Zu diesem Thema soll in nächster Zeit auf diesem Blog ein Betrag veröffentlicht werden der sich mit dem Thema der Religion als Motivation bei Übergriffen auseinandersetzt.

Kirche

Der Ratsvorsitzende der EKD Beford-Strohm und der Vorsitzende der DBK haben sich schon nach der ersten Erhebung zu den Vorfällen geäußert und sie mit der Behauptung es seien Einzelfälle abgetan. Wir hoffen, dass jetzt die Großkirchen endlich aktiv werden und sich zu ihren Glaubensgeschwistern bekennen und ausreichend Schutz in ihren Unterkünften anbieten. Die kirchlichen Unterkünfte sollten ein Rollenmodell für gelungenes Zusammenleben sein. Aus Erfahrung können wir aber auch sagen, dass dies bereits in einigen Einrichtungen der Kirche gut gelingt, da sie ein besseres Verständnis von Religion mitbringen als nichtkirchliche Heime. Aber auf Leitungsebene der EKD und DKB geschieht leider nichts. Das ist kein gutes Zeugnis für das Christentum. Ein weiterer Blogbeitrag in naher Zukunft wird sich mit dem Verhältnis der Kirche zu christlichen Flüchtlingen auseinandersetzen.

Gelesen 13678 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 20 Oktober 2016 17:54

Medien

Mehr in dieser Kategorie: « Neues auf der Webseite

66327 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Bitte achten Sie darauf, alle Felder mit einem Stern (*) auszufüllen. HTML-Code ist nicht erlaubt.

Newsletter